Die Didaktik

DidaktikIn der Pädagogik gibt es neben der Methodik, also der praktischen Art der Wissensvermittlung, auch die Didaktik. Sie beschäftigt sich mit der Theorie und Praxis des Lehrens, aber auch des Lernens (Mathetik). Im engeren Sinne bezieht sich die Didaktik am ehesten auf die Theorie der Unterrichtsführung, während die Methodik die Praxis beschreibt. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Begriff Didaktik als „Lehrkunst“ geprägt. Dabei gibt es grundlegend als Unterscheidungen die

– Lehre durch Unterweisung
– Lehre durch Gespräch und die
– Lehre durch Selbsterkenntnis

Einmal wird den Schülern im Sachvortrag Wissen vermittelt, einmal im Dialog und einmal durch die praktischen Erfahrungen, die jeder Schüler während seiner (Schul-)Laufbahn sammelt.

Wichtige Fragen der Didaktik

– Was?
– Wozu?
– Warum?


Jank und Meyer beschrieben in ihren Didaktischen Modellen die zentrale Frage der Didaktik so:

„Wer was von wem wann mit wem wo, wie, womit und wozu lernen soll?“
Dadurch führt die Didaktik zu selektierten Inhalten und Zielen, die auch begründet werden. Sie ist dabei unabhängig und lässt sich auf mehrere Bildungstheorien anwenden. Die allgemeine Unterrichtslehre konzentriert sich auf Lehr- und Lernmodelle, auf Prinzipien sowie auf die Begründung der diversen Bildungsprozesse. Speziell die Fachdidaktik beschäftigt sich mit den fachbezogenen Lehrinhalten, also wie diese gelehrt und gelernt werden, mit welchem Ziel und warum.

Verschiedene Formen der Didaktik

Für bestimmte Schulstufen untergliedert sich das Lernen in Stufendidaktiken, mediengestützte Lernangebote sind Thema der Mediendidaktik. Zu den fachübergreifenden Themen gehört die interdisziplinäre Didaktik, wobei der Projektunterricht oder der projektorientierte Unterricht bekannte Beispiels sind. Weil sich die Unterrichtskunde zunächst auf den Schulunterricht bezog, orientierten sich daran Lehrer und Lehrerinnen der Primär- und Sekundärstufe.

Heutzutage gibt es verschiedene Lernkontexte, wie beispielsweise die Erwachsenen- und Weiterbildung, berufliche Bildungs- oder Hochschulangebote. Hier kümmert sich die konstruktivistische Didaktik um lernförderliche Arrangements, wobei Didaktik sich hier vorwiegend mit der Gestaltung der Lernangebote auseinandersetzt.

Eine weitere Komponente für erfolgreiche Didaktik stellt die Begründung von Lernzielen, Lernstoff, Formen des Lehrens und Lernens dar. Auf diese Weise werden Bildungsprozesse kritisch hinterfragt und nachvollziehbar begründet, was zu ihrer Akzeptanz führt. Der deutsche Erziehungswissenschaftler Klafki sieht in der Methodik eine Teildisziplin der Didaktik.

Ziel der Didaktik (Unterrichtskunde)

Didaktik sucht in jeder Fachwissenschaft das, was notwendigerweise gelehrt werden sollte, was also von grundlegender Bedeutung für das (Über-) Leben sowie das menschenwürdige Leben ist. Dabei beschreibt die Unterrichtskunde nicht, dass um jeden Preis die Ergebnisse der Fachwissenschaft in die Köpfe der Lernenden transportiert werden sollen. Vielmehr gelten die Fachwissenschaften als Bezugspunkt, wobei die Didaktik sich ebenfalls nach gesellschaftlichen Erfordernissen und nicht zuletzt nach den Bedürfnissen des Schülers richten sollte.

Entscheidend ist also, herauszukristallisieren, welche Inhalte wirklich wichtig sind und unbedingt im Rahmen des Unterrichts vermittelt werden sollten. Die Bedürfnisse des Schülers werden wiederum beeinflusst von der Art der Ausbildung. Wer beispielsweise eine handwerkliche Ausbildung absolviert, für den könnte das richtige Anlegen einer Leiter, basierend auf dem Dreisatz wichtig sein, während in der Erzieherausbildung ein ganz anderer Bildungsbedarf besteht. Die Bedürfnisse des Lernenden dürfen nicht missverstanden werden, indem nur vermittelt wird, was sich der Schüler als wichtig vorstellt. Das Überleben, die Gesellschaft und die Bedürfnisse spielen demzufolge bei der Auswahl der Wichtigkeit der Inhalte als entscheidende Faktoren zusammen.

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