Der erste Eindruck

In unserem Leben begegnen wir jeden Tag neuen Menschen, sei es nur für einen kurzen Moment auf der Straße, beim Bäcker oder vielleicht beim wöchentlichen Einkauf. Mit diesen Leuten haben wir in der Regel wenig zu tun. Manchmal ein kurzes Lächeln, ab und zu eine freundliche Geste, mehr ist es normalerweise nicht das wir mit fremden Menschen teilen. Dann gibt es noch die andere Sorte, die Menschen die uns z.B. vorgestellt werden oder auf einer Veranstaltung kennen lernen. Diese Personen, anders als die erste Gruppe, kennen wir oft länger, im besten Fall sogar Jahre oder Jahrzehnte.
Den einen stehen wir von Anfang an skeptisch und etwas reserviert gegenüber, andere Menschen schließen wir direkt in unser Herz. Der erste Eindruck macht den Unterschied!

Was ist der erste Eindruck

Wir bilden uns unsere erste Meinung innerhalb von 30 Sekunden. Das ist nicht viel, aber eine sinnvolle Sache. Innerhalb von wenigen Sekunden beurteilt unser Gehirn ob unser gegenüber aggressiv, freundlich, verschlagen, vertrauensvoll oder einschüchternd ist. Der erste Eindruck ist also ein knapper Check und sagt uns ob Gefahr droht oder nicht und ob die andere Person vertrauenswürdig ist. Der Erste Eindruck ist in vielen Berufen sehr wichtig und kann unter umständen Leben retten.

Woher kommt der erste Eindruck?

Dazu gibt es viele Meinungen, Charles Darwin und Sigmund Freud hätten sicherlich ihr Vergnügen an so einer Diskussion, aber so lang so kompliziert, wir beschränken uns auf das Wesentliche!
In jedem von uns stecken immer noch die Instinkte der ersten Menschen. Zu Zeiten ohne Feuer, Wohnung und regelmäßigem Essen war es entscheidend fremde Menschen direkt zu beurteilen und so zu wissen, ob es sich vielleicht um einen Feind handelt. Natürlich sind wir keine Höhlenmenschen mehr, aber die Evolution ist Träge, und ein Verhalten das sich bewährt hat wird prinzipiell beibehalten.
Vereinfacht hat der erste Eindruck drei Wurzeln, eigene Erfahrung, Erziehung und Umfeld.

Wonach bewerten wir?

Die Bewertung läuft zu 50% bewusst und zu 50% unbewusst. Wir scannen unseren gegenüber in kürzester Zeit nach vielen verschiedenen Kriterien und bewerten diese, hier eine kleine Auswahl: Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Sprache, Haarfarbe, Bewegungen, Herkunft, Behaarung, Größe, Mimik, Gestik, Kleidung, Besitz (z.B. Handy) und noch viele andere.

Haben wir Vorurteile?

Ja, und zwar sehr viele. Aber keine Angst, wir handeln Instinktiv und zwar um uns zu schützen. Versetzen sie sich in folgende Situation: 12 Uhr mittags, eine belebte Einkaufsstraße, ein junges hübsches Mädchen kommt auf sie zu, lächelt und fragt nach der Uhrzeit. Haben sie Angst? Sind sie Misstrauisch? Wahrscheinlich nicht, die Situation wird schnell vergessen oder im besten Fall freut man sich über die angenehme Art der Jungen Dame.
Eine andere Situation: Es ist 22.30 und sie sind gerade auf dem Weg nach Hause, niemand außer ihnen und einem großen, tätowierten Mann mit Glatze sitzt in der U-Bahn. Der Mann ist sehr kräftig und steht plötzlich auf, schnellen Schrittes direkt in ihre Richtung. Was denken sie jetzt? Sind wir ehrlich, die zweite Situation lässt alle Alarmglocken auf einmal klingeln. Wir sind sofort zurückhaltend, abwehrend und misstrauisch. Und dann fragt uns der große, angsteinflößende Mann nach Uhrzeit, bedankt sich und steigt aus.

Fazit

Der erste Eindruck ist ein Frühwarnmechanismus der uns schützen soll, geprägt aus unserer Erfahrung, der Erziehung (also der Erfahrung) unserer Eltern und schließlich unserem Umfeld z.B. den Medien. Wie oft unser erster Eindruck richtig liegt und wie oft falsch hängt sehr stark von der einzelnen Person ab, aber wir sind eher geneigt misstrauisch zu sein als wohlwollend. Denn unsere Instinkte haben schließlich nur eine Aufgabe, uns zu schützen.

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