Auch für Erwerbslose gibt es keinen 160 € – Job

Versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in Voll- und Teilzeit

In Deutschland waren im Jahr 2015 mehr als 30 Millionen Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen angestellt (Quelle: Statistisches Bundesamt). Das bedeutet, dass sie für ihre Tätigkeit Lohn oder Gehalt bezogen und dafür Abgaben für die Sozialversicherung abgeführt haben. Arbeitsverträge in Vollzeit umfassen in der Regel 36 bis 40 Arbeitsstunden in der Woche, das ist vom geltenden Tarif- oder vom individuellen Arbeitsvertrag abhängig. Viele Mütter und auch Väter arbeiten inzwischen aber auch in Teilzeit. Sie vereinbaren individuell mit ihrem Arbeitgeber die Wochenarbeitszeit, um so Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen. Manche Teilzeitbeschäftigte gehen aber noch einem Nebenerwerb nach und reduzieren deshalb ihre Arbeitszeit. Ihnen steht dann natürlich nur anteilig Lohn oder Gehalt zu. Ansonsten haben sie aber die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer auch.

Der Minijob


In den letzten Jahren hat die Anzahl der Minijob-Arbeitsverhältnisse stark zugenommen. Vor allem in der Gastronomie und in der Dienstleistungsbranche stellen viele Arbeitgeber gern Minijobber ein und überbrücken so Personalengpässe. Solche Arbeitsverträge eignen sich vor allem für Mütter, die nur dann arbeiten können, wenn die Kinder in der Tagesstätte oder in der Schule sind. Immer mehr Arbeitnehmer nehmen aber auch einen Minijob neben der eigenen Hauptbeschäftigung auf und bessern so ihr Einkommen auf. Viele Altersrentner sind auf einen Zuverdienst auf dieser Basis angewiesen, um überleben zu können. Für alle Minijobber gelten besondere Regelungen. Seit 2015 ist der Verdienst auf 450 Euro begrenzt. Minijobber haben aber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Aus dieser Konstellation ergibt sich eine begrenzte Zahl an Arbeitsstunden, die monatlich nur abgeleistet werden können. Das Führen von Arbeitszeitkonten ist aber auch für Minijobber erlaubt. Der Arbeitgeber übernimmt für sie die Sozialversicherungsbeiträge. Für die Krankenkassen müssen 13 Prozent, für die Rentenversicherung 15 Prozent abgeführt werden. Der Minijobber muss seinen Rentenbeitrag selbst aufstocken. Im Moment sind das etwa 3,7 Prozent, ein Befreiungsantrag in möglich. Außerdem fallen 2 Prozent Lohnsteuer an, wenn keine Lohnsteuerkarte vorgelegt wird. Die Beschäftigten in den Minijobs müssen also fast keine Abzüge hinnehmen, außer dem eigenen Anteil für die Rentenversicherung. Sie erhalten den ausgehandelten Lohn (fast) Brutto gleich Netto.

Grenzen zum Zuverdienst bei Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern

Auch Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger dürfen etwas hinzuverdienen. Für Empfänger von Arbeitslosengeld beträgt die anrechnungsfreie Zuverdienstgrenze 165 Euro, bei Beziehern von Hartz-IV-Leistungen sind es 100 Euro. Wohlgemerkt, auch sie dürfen mehr verdienen. Aber jedes Einkommen darüber hinaus wird den staatlichen Hilfen angerechnet, die Beträge also gekürzt. Weder im Sozialversicherungs- noch im Steuerrecht gibt es jedoch den Begrifft 160 €- Job. Bitte verwenden Sie ihn auch nicht in ihren Gesprächen mit dem Jobcenter. Entsprechend den gesetzlichen Regelungen fallen diese Arbeitsverhältnisse unter die Minijobs. Aufgrund der sehr geringen Entlohnung dürfen sowieso nur sehr wenige Stunden gearbeitet werden. Erwähnen Sie hier auch nicht, dass Sie einen 165,00 Job suchen. Das Arbeitsamt hat Sie als arbeitssuchend registriert und das gilt für einen Voll- oder Teilzeitstelle. Ihre Bemühungen unterstützt die Behörde durch die Zahlung des Arbeitslosengelds I. Legen Sie ernsthaft dar, dass Sie eine Arbeitsstelle mit einer Entlohnung von nur 165,00 oder 100,00 Euro suchen, wird man Ihnen mangelndes Interesse an einer Arbeit nachsagen. Als Bezieher von staatlichen Leistungen sind Sie verpflichtet, jedes zumutbare Arbeitsverhältnis anzunehmen. Darunter fallen auch Minijobs oder Teilzeitstellen. Jedes Einkommen oberhalb der Zuverdienstgrenze verringert zwar die Leistungen an Sie, entlastet aber das Sozialsystem. Lehnen Sie ab, können im Ernstfall Leistungskürzungen drohen.

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