10 Ratschläge zu einer guten Rhetorik

10 Ratschläge Zu Einer Guten RhetorikDer Auszug aus einem Zitat von Joubert zeigt es deutlich: „Sprache ist Malerei für das Ohr.“ Er bringt damit auf den Punkt, wie eine Rede zu halten ist. Rhetorik ist nicht jedermanns Sache und nicht jeder ist ein begnadeter Redner. Doch wer einige Punkte beherzigt, kann sich zumindest das Interesses seiner Zuhörer sichern. Im Idealfall kann er sie überzeugen, Gefühle ansprechen oder Handlungen auslösen.

Was ist Rhetorik und was kann sie?

Zwar könnte man meinen, dass Rhetorik – also die Kunst zu Reden – den Methoden anderer Kommunikation ähnelt und demnach nicht so schwer sein dürfte. Dennoch muss sie erlernt werden, wenngleich dazu kein Studium notwendig ist. Rhetorik kommt nicht nur bei Reden zum Einsatz, um einem Monolog Würde oder Überzeugungskraft zu verleihen. Nein, sie ist im Alltag vielfältig anwendbar, z. B. bei Kontroversen, die durch Dialoge ausgetragen werden.

Wer die Rhetorik gut beherrscht, kann Menschen überzeugen und Reden halten, die gern mit Interesse gehört werden. Eine gute und schlüssige Argumentation oder angenehme Rede behalten die Zuhörer auch besser im Gedächtnis. Dabei ist Rhetorik nicht nur eine Wissenschaft, sondern auch eine Kunstform. Der Vortrag sollte wirksam sein und die Methoden sowie Stilmittel einer guten Rede beinhalten. Die Kunst liegt darin, dass die Botschaft überzeugend vorgetragen wird und so an die Zuhörer herangetragen wird, dass diese der vermittelten Meinung Glauben schenken, sie im Idealfall übernehmen und nach diesen Aussagen handeln.

Rede mit Mikrofon und Rednerpult

Hier lauern Gefahren, die einen erfolgreichen Redner aus dem Konzept bringen können. Zum einen ist das Lampenfieber ein häufiger Begleiter. Durch die richtige Vorbereitung kann diesem begegnet und ein überzeugender Auftritt möglich werden.

Probleme, die bei Reden mit dem Mikrofon auftreten können:

1. technische Schwierigkeiten
2. falscher Abstand zum Mikrofon: Stimme des Sprechers wird zu stark/zu wenig verstärkt
3. Mikrofon in der Hand erzeugt leicht Nebengeräusche
4. Mikrofon in der Hand behindert die Gestik des Redners

Lösungen: Prüfung von Technik und Mikrofon-Abstand, Nutzung von Stand- oder Pult-Mikrofonen

Probleme, die am Rednerpult auftreten können:

1. Der Körper ist halb verdeckt, so dass Körpersprache nur eingeschränkt beim Zuhörer ankommt.

2. Ein Rednerpult verleitet dazu, sich an- bzw. festzuhalten (kann Unsicherheit oder zu große 
 Lässigkeit vermitteln).

Redearten

Gelegenheitsrede:

– Eröffnung, Begrüßung, Vorstellung, Rahmenrede, Einführungsrede, Verabschiedung, Erteilung des
Worts usw.

– Anlass für wenige kurze Worte zur Einführung ins Thema, zum Erzeugen oder Verstärken von
Stimmungen

– Aufhänger: aktuell, Vergangenheit oder Zukunft

Informationsrede

– Fachvortrag
– gibt Übersicht zum Themenbereich
– wichtig: sorgfältige Ausarbeitung, klare und deutliche Aussage, die einer Überprüfung standhält
– Ziel: Sachverhalte, Gründe, Ursachen, Entscheidungen darlegen, Wissen des Zuhörers erweitern

Überzeugungsrede

– Anwaltsreden, Verhandlungen, Verkaufsgespräche, Diskussionen, politische Reden…
- wichtig: sorgfältige Ausarbeitung, klare und deutliche Aussage, die jeder Überprüfung standhält
– Ziel: Meinungsbildung, Hervorrufen von Aktionsbereitschaft beim Zuhörer
– vorwiegend Ansprache des Verstandes, besonders bei Predigten oder Plädoyers auch Gefühl 

Aufbau einer Rede

Nach der AIDA-Formel:

Aufmerksamkeit: Die 1. Phase lenkt die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf das Thema.
Interesse: Die Rede steigert das vorhandene Interesse beim Zuhörer.
Definition der Gedanken: Anhand der Aussagen sind Grundgedanke und Sinn eindeutig erkennbar.
Abschluss: Zusammenfassung der Gedanken – Abschlussmotivation – Handlung der Zuhörer

Nach rhetorischen Kriterien:

1. Darstellung von Situation/Sachverhalt
2. Argumentation Beweis der Aussage, Widerlegung von Gegenargumenten
3. Exkurs (ausführliche Ausführungen) und weitere Erklärungen
4. Abschluss (Zusammenfassung)

Rhetorisch gelungene Reden zeichnen sich neben dem Text durch visuelle und nonverbale Aktionen aus. An der richtigen Stelle eingesetzt, können diese mitreißen oder beschwichtigen, sie unterstreichen die Aussagen. Auch Steigerungen in der Stimme und Pausen sollten passend und wohldosiert eingesetzt werden.

10 Ratschläge für gute Reden/Redner

1. Verwendung von Hauptsätzen, Schachtelsätze vermeiden
2. klare Disposition im Kopf – Stichpunkte auf dem Papier (Gefahr des Ablesens vermeiden)
3. Tatsachen oder Appell ans Gefühl – Redeart und Redeaufbau berücksichtigen
4. Redner müssen nicht alles wissen und nicht alle Fragen beantworten können
5. Nie länger als 40 Minuten sprechen, sonst Ermüdungsgefahr der Zuhörer
6. Natürlich auftreten, keine Effekte einsetzen, die nicht dem Wesen entsprechen
7. Spruch von Otto Brahms: „Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.“ – weniger ist mehr
8. Unbarmherzig ist ein Podium, da steht der Redner „nackter als im Sonnenbad“
9. Technische Fehler vermeiden
10. angemessene Pausen und Gestik/Körpersprache (am Pult eingeschränkt)

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